Spielsucht

Verantwortungsvolles Spielen
”Nichts geht mehr!” – Von wegen! –

Vom Spiel zur Sucht

Wenn Glücksspiel mein Leben verändert, dann läuft gehörig was schief.
Wie die meisten wissen, soll Glücksspiel Spaß machen und nicht das Leben dominieren, geschweige kontrollieren.
Die Mehrheit spielt verantwortungsbewusst, dennoch gibt es einen kleineren Prozentualen Teil, der dem Glücksspiel verfallen ist und nicht immer aus eigener Kraft aus dem Teufelskreis hinaus finden.
Glücksspiel finanziert kein Leben und man sollte dies nicht als eine Einnahmequelle betrachten.

Mit diesem Beitrag versuchen wir Ihnen die Spielsuchtprävention näher zu bringen.
Gerade in der heutigen Zeit, muss man das Haus nicht mehr verlassen um dem Glücksspiel nachzukommen.

Spielbanken, Spielotheken oder auch Online Casino, die Auswahlmöglichkeiten sind enorm.

Was ist die Spielsucht?

Die Spielsucht wird auch als ”Pathologisches” Spielen bezeichnet oder zwanghaftes Spielen.

Eine solche Störung liegt vor, wenn dem Glücksspiel so häufig und so wiederholt nachgegangen wird, sodass das Spiel das gesamte Leben der Person beherrscht und negativen Einfluss auf Sozialleben, Beruf, Gesundheit und Familie nimmt.

Der Betroffene könne dem Impuls zum Glücksspiel oder zum Wetten nicht widerstehen.

In Deutschland sind 180.000 Menschen spielsüchtig, 326.000 haben ein problematisches Spielverhalten, zeigt eine repräsentative Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Unter den Betroffenen befinden sich, laut Statistik, zwei Drittel Männer und ein Drittel Frauen. Spielsucht tritt bei Jugendlichen, Erwachsenen und älteren Menschen auf.

Was können Ursachen für eine Spielsucht sein?

Traumatisierende Ereignisse :

⁃   Verlust eines Elternteils
⁃   psychische oder physische Gewalterfahrung
⁃   Suchtproblematiken von Familienmitgliedern oder Freunden
⁃   soziale Ausgeschlossenheit 

Lebenskrisen :

⁃   berufliche Veränderung
⁃   Unfall, Krankheit
⁃   finanzielle Notsituationen

Personen, die ihre Gefühle schlecht kontrollieren können oder in Konfliktsituationen leicht zu überfordern sind, haben ein größeres Risiko zur Spielsucht, als Personen, die ihre Gefühle gut unter Kontrolle haben.
Impulsivität muss nicht in einem pathologischen Spielverhalten enden, kann aber einen Risikofaktor darstellen.

Wächst die Person in einem Umfeld auf, in dem viel Glücksspiel betrieben wird, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Person sich ebenfalls dem Glücksspiel zuwendet und der Sucht verfällt.

Viele betroffene haben bereits vor der Sucht Probleme mit dem Selbstwertgefühl und Schwierigkeiten mit Beziehungen und den eigenen Emotionen.

Woran erkennt man eine Spielsucht?

Typische Anzeichen, an denen sich eine Spielsucht erkennen lässt, sind :

⁃   kreisende Gedanken um das Spielen : Der Gedanke lässt einen nicht los, man überlegt sich erfolgversprechende Taktiken für Spiele oder sich Geld fürs Casino zu beschaffen.

⁃   Jede Gelegenheit wird genutzt : Ob nach der Arbeit oder der Uni, jede Möglichkeit wird zum Spielen genutzt, auch viele Stunden am Wochenende verbringt man am Rechner oder Automaten.

⁃   man kommt vom Spielen nicht los : Versuche, mit dem Spielen aufzuhören, scheitern nach kurzer Zeit oder gelingen gar nicht.

⁃   Verheimlichung und Verharmlosung : Man verschweigt sein Spielverhalten komplett oder zumindest die Ausmaße. 
⁃   ''Notlügen'' entstehen wie zum Beispiel, dass man einen Geschäftstermin hat oder sich mit Freunden trifft. 

Die drei Phasen :

Die Spielsucht entwickelt sich oft schleichend.
Experten unterteilen den Verlauf in der Phasen : Anfangsstadium, Gewöhnungsstadium und Suchtstadium.

Anfangsstadium : Zunächst wird nur ab und an gespielt. Dabei verspürt man einen Nervenkitzel, vor allem in den Momenten, die entscheiden, ob es einen Sieg oder Verlust gibt.
Sobald ein Gewinn erzielt wird, schüttet das Gehirn Dopamin oder Noradrenalin aus und man erlebt einen ”Glücksrausch”.
Noch hat man das Spielen unter Kontrolle, man geht weiterhin seinen Verpflichtungen im Berufs- und Privatleben nach.
Man spricht in dem Stadium auch von ”Gelegenheitsspielern”

Gewöhnungsstadium : Umso öfter man beim Spielen gewinnt, desto mehr verbindet das Gehirn die Reize des Spielens mit positiven und aufregenden Gefühlen.
Es entwickelt sich eine zunehmender Automatismus. Man verspürt regelmäßigen Drang zum spielen. Die Welt außerhalb des Spiels wir zunehmend langweilig.

Suchtstadium : Der Spieler empfindet kein Vergnügen mehr am Spielen. Er verspürt einen großes zwanghaften Drang, dem Spielen nachzugehen. Die Gedanken kreisen nur noch darum, wie man seiner Sucht nachgehen kann.
Familie, Freunde und Beziehung sind zweitrangig, immer mehr vernachlässigt man Interessen und auch Beruf.

Um einen immer höheren Nervenkitzel zu erlangen, müssen immer höhere finanzielle Risiken bei Spieleinsätzen eingehen.
Man bekommt einen vollkommenen Kontrollverlust beim Spielen. Meist wird das gesamte Geld eingesetzt, sobald ein Gewinn erzielt wird, wird sogleich der Gewinn verspielt.

Welche Folgen können dabei entstehen?

Finanzielle und soziale Folgen : Die Schulden sind meist so hoch, dass sie diese nicht mehr zurückzahlen können.
Es können Verzweiflungstaten entstehen und manche Betroffenen begehen Diebstähle oder andere Betrugsdelikte, dabei riskiert man Anzeigen und Haftstrafen.

Körperliche und psychische Folgen : Stress und Angstgefühle nehmen zu, auch Panikattacken und Depressionen entstehen dabei.
Des weiteren können noch Konzentrationsprobleme, Schweißausbrüche, innere Unruhen, erhöhte Reizbarkeit und Schlafstörungen hinzu kommen.

Suizidversuche : Sobald Schulden und Einsamkeit die Oberhand gewinnen, kann es auch zu Suizidgedanken und Suizidversuchen kommen.

Wie sollte ich richtig mit Glücksspiel umgehen?

Kleine Tipps schaden nie!

⁃   Das Glücksspiel sollte nicht allzu großen Raum in Ihrem Leben einnehmen.
⁃   Auch andere Aktivitäten sind wichtig. 
⁃   Gehen Sie Ihren Hobbys nach, um einen angemessenen Ausgleich zu finden.
⁃   Spielen dient zur Unterhaltung, begehen Sie nicht den Fehler mehr Geld einzusetzen als Sie zur Verfügung haben.
⁃   Legen Sie, ein für Sie akzeptables Limit fest.
⁃   Sobald Gefühle aufsteigen, sollten Sie Glücksspiel vermeiden. Meist kann man keine richtigen Entscheidungen treffen. 
⁃   Das Glücksspiel sollte nicht als kompensierende Maßnahmen für negative Aspekte in Ihrem Leben dienen.

Wo finden Sie Hilfe?

Im Internet werden Tests angeboten, die helfen sollen, eine Spielsucht zu erkennen. Ein seriöser Online-Selbsttest ist etwa auf der Webseite der BZgA-Initiative „Verspiel nicht dein Leben“ zu finden: https://www.verspiel-nicht-dein-leben.de/selbsttest/selbsttest-gluecksspiel.html

Achtung:
Ein Online-Test kann keinesfalls die Diagnose eines Psychologen oder Arztes ersetzen. Betroffene sollten daher auf jeden Fall auch ein persönliches Gespräch bei einer Sucht-Beratungsstelle, in einer psychotherapeutischen Praxis oder in einer Klinik führen.

Adressen von bundesweiten Sucht-Beratungsstellen gibt es unter: https://www.check-dein-spiel.de/hilfe/hilfe-vor-ort/ oder unter: https://www.spielsucht-therapie.de/beratungsstellen/

Hotline und Online-Beratung
Die BZgA bietet eine Telefon-Hotline zum Thema Spielsucht: 0800 – 137 27 00 (kostenlos und anonym), die Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW eine Online-Beratung für Spielsüchtige: https://www.gluecksspielsucht-nrw.de/onlineberatung/index.html